Neulich sehr spannenden Podcast gehört (das Feature bei DLF) über die Entstehung von Geld. Dass Geld per Kredit sozusagen aus dem Nichts geschaffen wird, ist vllt für Einige nicht neu. Aber in dem Podcast geht die Autorin noch darüber hinaus und behauptet, dass Geld quasi von den Geschäftsbanken (nicht der Zentralbank) per Kredit "erschaffen" wird. Fand es ziemlich gut aufbereitet und insbesondere den Teil über die Entwicklung von Geschäftsbanken fast shocking - JP Morgan war zb 1990 einfach nur eine Bank, inzwischen ist JP Morgan ein Konglomerat aus 21 Banken und 97 anderen Firmen. Das war mir so noch nicht bewusst. Und es wird dann anhand von Beispielen aus Island beschrieben, wie Banken innerhalb dieser Konglomerate Kredite vergeben, so dass diese Konglomerate, wenn man so will, Geld für sich aus dem Nichts schöpfen, das dann Firmen, die Teil des Konglomerats sind, gewissermaßen for free zur Verfügung steht. Echt abgefahren.

(Die Beispiele sind aus Island, weil dort die Untersuchungskommission anscheinend nach dem Finanzcrash 2007/2008 sehr gründliche Aufarbeitung geleistet hat, aber in vielen anderen Ländern weiß man gar nicht so viel über die genauen Praktiken der Banken.)

Es wird in dem Podcast auch über Vollgeld als alternatives Finanzsystem gesprochen - die Idee hab ich noch nicht ganz gecheckt, aber stelle mir das ein bisschen wie die Goldbindung vor. Kommt mir bisschen gestrig vor. Anscheinend schlagen einige Vollgeld-Befürworters allerdings vor, dass Banken Geld ohne Kredit verleihen sollen. Quasi alle Schulden auslöschen. Bisschen die Fight Club-Idee. Das dann schon wieder sehr radikal progressiv, würde ich sagen.