Krass: Während die Türkei und ihre islamistischen Söldnergruppen trotz Waffenstillstand weiter Krieg in den kurdischen Gebieten Nordsyriens führen und das außerhalb der vereinbarten "Sicherheitszone" (!!), berichtet der Spiegel lakonisch:

"In Nordsyrien haben sich kurdische Milizen und mit der Türkei verbündete Rebellen erneut schwere Kämpfe geliefert. [...] Die Türkei und Russland verständigten sich darauf, das Grenzgebiet nach einem Abzug der Kurden gemeinsam zu kontrollieren. [...] Die Kurdenmilizen selbst hatten nur den Abzug aus der umkämpften Grenzstadt Ras al-Ain bestätigt. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge waren YPG-Einheiten in den umkämpften Gebieten zuletzt aber teilweise noch präsent."

Ein Vorzeigebeispiel dafür, wie die Realität verzerrt werden kann, obwohl scheinbar bloß Fakten unkommentiert dargestellt werden. Es fehlt die entscheidende Info, dass sich die YPG-Einheiten aus denjenigen Gebieten zurückgezogen haben, welche als "Sicherheitszone" im Waffenstillstandsabkommen vereinbart wurden, und dass die Türkei und ihre "Verbündeten" Gebiete außerhalb dieser vereinbarten "Sicherheitszone" angreifen und bombardieren, wo sich selbstverständlich YPG-Einheiten befinden. In dem Artikel wird auch gleich der Grund mitgeliefert - wieder unkommentiert:

"Die protürkischen Rebellen der sogenannten Syrischen Nationalarmee teilten mit, die vereinbarten Waffenruhen hätten ein Ende des Militäreinsatzes verzögert. Die Einsätze hätten schneller beendet werden sollen."

Seriously?! Ist das jetzt so gestoppte Nachspielzeit? Weil vor dem Waffenstillstand schonmal paar Waffenruhen waren, können wir jetzt diese Zeit nach dem Waffenstillstand nachholen und weiter Krieg führen? Sowas unkommentiert zu lassen, führt Faktendarstellung ad absurdum. Und während der fortdauernde Krieg in Rojava nach dem Waffenstillstand weitestgehend aus der deutschen Presse verschwunden ist, wird in Rojava nicht nur weiterhin das kurdisch-demokratische Autonomieprojekt zerstört. Auch die armenischen, assyrischen und aramäischen Bevölkerungsgruppen und ihre Einrichtungen werden gezielt angegriffen und somit wird auch das einzigartige Zusammenleben vielfältiger Bevölkerungsgruppen in Nordsyrien Opfer dieses Krieges.

Am besten kann man sich über die aktuelle Lage beim Rojava Information Center (kurz: RojavaIC) informieren.