Wenn Rechte Bier trinken

Manchmal kann ein bisschen Lachen ja schlicht erleichternd sein. BellTower hat eine kleine Zusammenstellung rechter Absurditäten veröffentlicht. Von den rechten Rappern die trotz ihrer angeblichen Abneigung gegen alle Rauschmittel dem Bier frönen, dem Versuch eine rechte Datin-App auf den Markt zu bringen und weiterem.

Liebe und Evolution

Neulich lief in Dlf Nova folgender Podcast mit dem Titel Die Biologie der glücklichen Liebe:

Es handelt sich dabei weitestgehend um den Vortrag von Thomas Junker, der als Biologiehistoriker vorgestellt wird. Darin versucht Junker im Grunde eine evolutionäre Erklärung dafür darzulegen, warum Menschen (verhältnismäßig) monogam sind, wenige Kinder kriegen und trotzdem (verhältnismäßig) viel Sex haben. Für mich ein optimaler Anlass, um mal ein bisschen was über Evolution zu schreiben. (Ich werde im Folgenden häufig von "Frauen" und "Männern" schreiben. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass das im Podcast so gemacht wird. Wissenschaftlich lässt sich diese geschlechtliche Zweiteilung nicht wirklich aufrechterhalten.)

Die Kombination von Monogamie, (mehr oder weniger) regelmäßig Sex und wenig Kindern mag auf den ersten Blick wenig rätselhaft sein. Für die Evolutionstheorie ist sie das aber! Denn Evolutionstheorie geht grob gesagt davon aus, dass sich in der Biologie alles nach Fortpflanzung und Reproduktion richtet. Unter dieser Prämisse lassen sich erstmal zwei Szenarios in Bezug auf Monogamie, Sex und Kinder vorstellen: Entweder wir kriegen wenig Kinder (vielleicht weil anstrengend) und haben dementsprechend wenig Sex, denn Sex dient ja der Fortpflanzung. Monogamie könnte dann z.B. Sinn machen, weil wir hätten sowieso wenig Sex. Nach Junker, der viel mit Menschenaffen vergleicht, könnte man sagen: Modell Gibbon. ODER wir haben viel Sex, um möglichst viel Nachwuchs zu zeugen und dementsprechend auch ständig wechselnde Partner. Modell Bonobo. ABER verhältnismäßig viel Sex - zum Vergleich: wenn man Junker glauben darf, haben Gibbons ca. sechsmal Sex im Leben oder so -, wenig Kinder und Monogamie, das lässt sich unter Gesichtspunkten der Fortpflanzung schwieriger erklären. Oh. Mein. Gott. Hat Sex vielleicht gar nicht so viel mit Fortpflanzung zu tun??!!

Ok, aber wie funktioniert evolutionäre Theorie eigentlich? Ein hypothetisches Beispiel: Nehmen wir mal an, es gäbe ein Egoismus-Gen und ein Altruismus-Gen. Das Egoismus-Gen führt dazu, dass die Männer, die es besitzen, sich nur um ihren eigenen Nachwuchs kümmern. Die "altruistischen Männer" kümmern sich um ihren eigenen Nachwuchs, aber auch teilweise um den von anderen Männern. Insgesamt kriegen also die Kinder von egoistischen Männern im Durchschnitt mehr Fürsorge und wir können aus biologischer Perspektive annehmen, dass im Durchschnitt auch mehr von ihnen überleben oder dass sie zumindest mehr Fortpflanzungschancen haben, da mehr Ressourcen zur Verfügung. Wenn wir weiter annehmen, dass alle Kinder das Egoismus- bzw. das Altruismus-Gen von ihrem Vater übernehmen, dann folgt daraus auch, dass die Zahl der egoistischen Söhne im Vergleich zu den Söhnen mit altruistischem Gen immer weiter ansteigt - wenn es nicht irgendwelche Faktoren gibt, die wie ein Gegengewicht wirken. Irgendwann gibt es nur noch egoistische Männer: Das altruistische Gen stirbt aus.

Das ist jetzt sehr vereinfacht dargestellt, aber so ungefähr funktionieren evolutionäre Erklärungen von Phänomenen. Junker erwähnt im Podcast die Größe von männlichen See-Elefanten. Sie sind im Verhältnis zu weiblichen See-Elefanten fast doppelt so groß. Eine evolutionäre Erklärung wäre, dass die See-Elefanten-Männchen viel um ihren "Harem" kämpfen müssen. Wer größer ist, gewinnt mehr Kämpfe, kann häufiger seinen Harem behalten und sich also auch häufiger fortpflanzen. Unter dem Nachwuchs haben also mehr Jungtiere seine Gene, als von kleineren Konkurrenten. So setzen sich Größe-Gene dann in der Population der See-Elefanten durch - es gibt einfach mehr Jungtiere, die Nachwuchs von großen See-Elefanten sind.

Zurück zum Menschen. Junker hat da so ein paar populärwissenschaftliche Formulierungen, die er sichtlich mit gewissem Genuss vorbringt. Zum Beispiel: Paarbindung ist eigentlich eine "Erfindung der Männer". Das Publikum ist nun gebannt. Wie das? Das entsteht, erklärt Junker, wenn Männchen so weite Strecken zwischen potenziellen Fortpflanzungspartnerinnen zurücklegen müssen, dass es sich lohnt, einfach bei einer zu bleiben. An dieser Stelle muss man Acht geben und sich erinnern, dass man mit einem Evolutionstheoretiker spricht. Das heißt, hinter der Formulierung "sich lohnen" steckt nicht die Idee einer bewussten Kalkulation von Seiten des Männchens, sondern eine evolutionäre Erklärung: Aufgrund der weiten Strecken können sich die Männchen, die bei ihrer Partnerin bleiben, häufiger oder erfolgreicher fortpflanzen, als diejenigen, die herumstreifen. Wie sich seine Erklärung auf die Menschen übertragen lässt, erläutert Junker nicht weiter. Damit das aber funktioniert, muss man sich eigentlich vorstellen, dass Frauen vereinzelt z.B. in weiter voneinander entfernten Höhlen lebten und die Männer zwischen diesen Höhlen umherstreiften. Das passt zwar nicht ganz zu dem Steinzeitbild von Menschen, die in Gruppen herumstreiften, und erinnert eher an Maulwürfe, Füchse oder Bären, aber wer weiß schon, was da vor zehntausenden von Jahren so los war, nicht wahr?! Vielleicht stammen wir ja auch gar nicht von den Affen ab, sondern von Maulwürfen, damit ließe sich evolutionär auch leichter unser Kellerbau erklären ...

So, Paarbindung ist erklärt. Fehlen noch Kinder und Sex. Kinderaufziehung ist unter Primaten aufwendig, da lässt sich also nicht so viel dran schrauben. (Was übrigens ein anderes, aber nicht zwingendes Argument für Paarbindung ist, das auch Junker nennt.) Warum also der (verhältnismäßig) viele Sex. Nun, sagt Junker, viel Sex sei eigentlich eine "Erfindung der Frauen", nämlich um Kindesmord durch andere Geschlechtspartner zu vermeiden, die allen Nachwuchs töten, der nicht von ihnen selbst abstammt. (Auch hier wieder: Dahinter steckt eine evolutionäre Erklärung und nicht etwa die Unterstellung einer bewussten Verhaltensweise.) Das gibt es in der Tierwelt in der Tat häufiger. Dadurch dass die Weibchen zur selben Zeit Sex mit ganz vielen Männchen haben, können diese nicht wissen, ob von wem genau der Nachwuchs ist und unterlassen die Tötungen. Quasi in dubio pro reo. Auf Menschen lässt sich das aber nur schwer übertragen, da Kindesmord hier in diesen systematischen Ausmaßen nicht belegt ist - so Junker. Ihm zufolge ist die wahrscheinlichste These, dass der Sex eben zur Paarbindung dient. Womit er's doch noch so hingebogen kriegt, dass der Sex irgendwie zur Fortpflanzung dient - denn Paarbildung dient ja eigentlich auch nur zur Fortpflanzung bzw. Reproduktion.

Junker verschweigt aber nicht, dass es Biolog*innen gibt, die genau die oben genannte Paarbildungsthese in Frage gestellt und nachzuweisen versucht haben, dass Menschen früher eher nach Modell Bonobo gelebt haben. Diesen Wissenschaftler*innen hält Junker nun sein offensichtliches Lieblingsargument entgegen: Die Hodengröße. Denn, so Junker, es lässt sich eine Korrelation feststellen zwischen der Hodengröße von Primaten und ihrem Sexual- und Beziehungsverhalten. Kurz gesagt: Je größer der Hoden, desto mehr Sex. Junker: Die mit großem Hoden konkurrieren über Masse der Spermien, die mit kleinem Hoden über Körperkraft/-größe. Und dass Menschen nun relativ kleine Hoden hätten, zeige eben, dass Frauen auch in der Vergangenheit nicht viele wechselnde Sexualpartner gehabt hätten. Der kleine Hoden ist also quasi ein Resultat der Partnerwahl der Frauen. Junker schließt: "Die Paarbindung liegt also in der Natur des Menschen."

Das ist eigentlich ein schöner Moment. Denn er zeigt einmal wie man sich als Evolutionsbiologe selber reinlegen kann, aber auch, wieso Evolutionsbiologie vielleicht nicht automatisch deterministisch ist. Denn die Pointe an Junkers Satz - und ich bin mir ziemlich sicher, dass er das selber so nicht erkannt hat - ist eigentlich, dass die Paarbindung sich zwar (möglicherweise) im Körper des Menschen widerspiegelt, also gewissermaßen in seiner "Natur", dass es aber keine unveränderbare menschliche Natur gibt, die quasi unsere Essenz darstellt. Dass es also keine "Natur des Menschen" gibt. Denn der Umkehrschluss von Junkers Argumentationslinie ist: Hätten Frauen vor tausenden von Jahren ständig ihre Sexualpartner gewechselt, dann hätten Männer heute wahrscheinlich riesige Hoden. Und das bedeutet in der Quintessenz nichts Anderes, als dass soziale (und andere) Prozesse unsere biologische Verfasstheit formen können. Das ist im Grunde auch die Pointe an evolutionären Erklärungen: Es setzen sich diejenigen Gene (und die damit verknüpften Verhaltensweisen) durch, welche sich in einem bestimmten Umfeld am besten fortpflanzen. Mal abgesehen davon, wie sehr man daran glaubt, dass Gene Verhaltensweisen determinieren (und das ist ein wichtiger Zweifel!!), bedeutet das auch, dass sich z.B. ein hypothetisches Egoismus-Gen nicht automatisch gegen ein ebenso hypothetisches Altruismus-Gen durchsetzt. In einer sehr altruistischen Gesellschaft mag Egoismus zum Beispiel gemäß der Evolutionsargumentation die Chancen von Fortpflanzung verringern.

Ich sehe hier übrigens eine Parallele zum Konzept vom homo oeconomicus aus den Wirtschaftswissenschaften, welcher immer danach sucht, seinen Nutzen zu maximieren. Nutzen kann aber sehr viel bedeuten und zum Teil sogar konträre Dinge. Manche lieben Punk, andere können es nicht ausstehen. Manche empfinden Lust bei Schmerzen, andere nicht. Nutzenmaximierung ist also eigentlich ein leerer Begriff, wenn man den Kontext und die Präferenzen der betreffenden Menschen nicht kennt. Ähnlich in der Evolutionsbiologie: "survival of the fittest" sagt erstmal nicht so viel aus, denn wer oder was "fit" ist, hängt vom Kontext ab. Und so mag z.B. Paarbildung in manchen Gemeinschaften und Gesellschaften sehr viel "fitness" bedeuten, in anderen wiederum nicht.

An diesem Punkt angekommen, fragt man sich dann, warum eigentlich immer diese Jäger-und-Sammler-Analogien kommen, wenn es um Evolution geht. Das Argument der Biolog*innen ist, dass es sehr lange dauert, bis sich Gene verändern bzw. neue Genkonstellationen durchsetzen. Ich kenne die genauen Zahlen nicht, aber es geht dabei um wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, seeehr viel Zeit. Eben mindestens ein Zeitraum von jetzt bis vor der Sesshaftigkeit der Menschen. Also mindestens um die 10.000 Jahre. Die Idee ist also, dass wir aus Genperspektive eigentlich noch so programmiert sind, wie es am nützlichsten für Jäger-und-Sammler-Gesellschaften vor zehntausenden von Jahren war. Keine Ahnung, wie gut das nachgewiesen ist, aber mich verleitet es zu dem Gedankenexperiment, was für Gene Menschen wohl hätten, wenn sie zehntausend Jahre in unserer heutigen Gesellschaft gelebt hätten.

Zum Abschluss möchte ich noch einen m.E. besonders absurden Moment aus der Sendung mit euch teilen, nämlich als Junker von Brüsten und Partnerwahl spricht. So wie das Sexualverhalten von Frauen für (verhältnismäßig) kleine Hoden verantwortlich sei, so sei das Partnerwahlverhalten von Männern dafür verantwortlich, dass Frauen überhaupt Brüste haben. Denn Brüste hätten ja gar keinen evolutionären Vorteil, das sehe man ja in der Tierwelt, wo es bloß Zitzen gäbe. Brüste hätten also alleine den Vorteil, dass Männer sie schön fänden und dementsprechend ihre Partnerinnen wählten. Wie aber die Evolution erklärt, dass Männer Brüste schön finden sollen, diese Erklärung bleibt Junker schuldig. Vielleicht sind die ja auch einfach nur einer dieser biologischen Zufälle, die gar keinen evolutionären Vorteil mit sich bringen, und uns erwartet eine brüstefreie Zukunft - wenn wir nicht vorher uns und unseren Planeten durch Klimawandel und Kriege zerstören. (Was dann übrigens aus evolutionärer Perspektive ein Argument wäre zu sagen, dass wir Menschen nicht sehr "fit" waren in unserer Umwelt.)

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Im Übrigen kommt der Gedanke, dass die Bedeutung von "survival of the fittest" vom Kontext abhängt, natürlich nicht von mir, sondern wurde schon von Zeitgenossen Darwins entwickelt, insbesondere von dem Anarchisten Peter Kropotkin. In seinem Werk Mutual Aid (gegenseitige Hilfe) beschreibt er, welche Lebewesen in der Geschichte und in der Natur die besten Überlebens- und Reproduktionschancen, also fitness, haben.

Und es sind nicht die, die ruchlos nach ihrem persönlichen Vorteil streben. Sondern die, die sich am besten auf die gegenseitige Hilfe verstehen. Wie das Prinzip des Einander-Unterstützens das Leben in all seinen Erscheinungsformen prägt und bedingt, legt Kropotkin ebenso schwungvoll wie geduldig dar: erst für die "Tierwelt", mit einer Fülle von Beispielen, teilweise aus seiner eigenen Forschung, von Termiten und Bienen über sibirische Hirsche und südamerikanische Vizcachas bis hin zu den Schimpansen (und besonders schöne Abschnitte sind den Kranichen und den Papageien gewidmet); und im zweiten Teil des Buchs für die "Menschenwelt", von der Steinzeit über das Mittelalter bis ans Ende des 19. Jahrhunderts.

Das Zitat stammt aus einem kürzlichen Zeitartikel über Kropotkin und welche Lehren wir aus seinen Gedanken für die aktuelle Corona-Krise ziehen können.

Gleich in welcher Epoche, immer stellen die Verbünde, in denen sich Menschen zu gegenseitiger Hilfe zusammenschließen, das Überleben und die Entwicklung der Gruppe und später das Gedeihen der Gesellschaft sicher. Erst war es der Clan, dann die "Dorfmark", im Mittelalter die freie Stadt mit ihren Gilden und zu Kropotkins eigener Zeit die Unzahl der Kooperativen, Vereine und Gewerkschaften.

Kropotkin wird zitiert mit den Worten:

Indessen waren zu keiner Zeit der Existenz von Menschen Kriege der normale Zustand des Lebens. Während die Krieger sich gegenseitig ausrotteten und die Priester ihre Gemetzel segneten und feierten, währenddessen setzten die Massen ihr tägliches Leben fort.

Und der Autor des Artikels, Michael Ebmeyer, schließt den Artikel mit den Worten:

Ihre Analysen [von Anarchist*innen] bieten das beste Rüstzeug dafür, dass nach Corona eben nicht wieder alles wird wie zuvor. Und mit etwas Glück helfen sie uns in den nächsten Monaten zu vermeiden, dass die in einem kollektiven Akt der gegenseitigen Hilfe vorerst abgewandte Katastrophe uns mit Verzögerung doch noch ereilt.

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Das ist nun wirklich ein super unterhaltsamer Kommentar zu dem Podcast. Ich frage mich manchmal, ob es tatsächlich die teilweise ja sehr kompliziert daher kommende Wissenschaft ist, wie sie sich in Fachpublikationen findet, oder ob es die Popularisierung dieser Wissenschaft, wie auch in solchen Podcasts, ist, die diese merkwürdig auffälligen Widersprüche hervorrufen. Es ließen sich da verschiedene Möglichkeiten denken. Entweder die populäre Verbreitung bringt etwas deutlicher hervor, was in den naturwissenschaftlichen Fachpublikationen oftmals implizit bleibt, weil es oftmals mathematische oder andere Modelle sind, die andere Vorannahmen mehr oder weniger unsichtbar machen, oder es gibt tatsächlich einen Übergang oder Bruch zwischen den Fachpublikationen und den Verallgemeinerungen.
Hier noch ein kurzer Artikel über einen wunderbaren Kommentar aus einem Facebookfeed, der nochmal die falschen Annahmen bezüglich biologischer Zweigeschlechtlichkeit auseinander genommen hat, aus naturwissenschaftlicher Perspektive.

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Das mit dem Übergang von Fachpublikationen zu Populärpublikationen und die Frage, ob die Widersprüche sich schon in der Wissenschaft finden oder erst durch den Übergang so ein Bruch entsteht, ist wirklich eine sehr interessante Frage. Ich kann da zur Evolutionsbiologie keine Antwort geben, weil ich mich nicht in den verschiedenen Fachdiskursen auskenne. Bei gegenwärtigen Wirtschaftswissenschaften scheint mir es jedoch relativ eindeutig, dass sich diese Widersprüche bereits in den Fachpublikationen finden und sie in diesen bloß implizit bleiben, weil es bereits so einen breiten Konsens über bestimmte Grundannahmen gibt. (Bis auf sogenannte "heterodoxe" Wirtschaftswissenschaften natürlich, welche diese Grundannahmen in Frage stellen und deshalb so heißen.) Ich denke aber schon, dass dieses Konzept von "survival of the fittest" als Konzept, in dem die Umwelt entscheidend für "fitness" ist, in populärwissenschaftlichen Publikationen mitunter auf verfälschende Weise vereinfacht wird.

Der Artikel über die falschen Annahmen bzgl. biologischer Zweigeschlechtlichkeit, den Du verlinkt hast, Andreas, gefällt mir richtig gut! Ich hatte mal gehört, es gäbe 5 Faktoren für die Bestimmung des "biologischen Geschlechts" bei Menschen (Geschlechtsteile, Hormone, Gene, Chromosome und Organe?!), die nicht übereinstimmen müssen und dann eben auch unterschiedliche "biologische Geschlechter" beim selben Menschen ausweisen können. Ich weiß nicht, ob das so stimmt, aber der Artikel zeigt super, wie uneindeutig "biologisches Geschlecht" im Sinne unterschiedlicher Faktoren eigentlich sein kann!

Abgeschoben in die Illegalität

Manche Zustände auf dieser Welt sind so verkorkst, dass man das Gefühl bekommt, der Teufel hat versucht, eine Komödie zu schreiben, wobei dann natürlich eine Tragödie herauskommt:

2 nigerianische Studenten fliegen zu universitären Tischtennismeisterschaften nach Kroatien.

Auf der Straße werden sie von der kroatischen Polizei kontrolliert.

Anstatt die Studenten zum Hotel zu begleiten, wo deren Pässe mit den kroatischen Visa sich befinden, werden sie sofort nach Bosnien-Herzegowina abgeschoben.

Von dort können sie nicht nach Nigeria zurückreisen, weil sie dank der Abschiebung ILLEGAL in Bosnien-Herzegowina sind.

Nur dass es natürlich nicht sowas Metaphysisches wie den Teufel für solche einen Plot braucht, sondern nur das europäisches Asylregime und eine Portion Rassismus.

"Stiftungen fördern soziale Ungleichheit"

Aus einem taz-Artikel mit dem Titel "Arbeiterkind bleibt Arbeiterkind" von November:

"Nach einer Studie des Hochschulinformationssystems (HIS) sind nur 33 Prozent der Stipendiaten und Stipendiatinnen Arbeiterkinder, wie Nichtakademikerkinder auch genannt werden. Das sind Zahlen von 2008, aber Recherchen der taz haben ergeben, dass die Stipendien im Schnitt unverändert sozial ungleich verteilt sind."

"Zum Vergleich: Nach Zahlen des aktuellen Bildungsberichts der Bundesregierung hat bei immerhin 47 Prozent der Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen keiner der beiden Elternteile einen akademischen Abschluss. Aber auch damit sind Nichtakademikerkinder an den Universitäten und Fachhochschulen unterrepräsentiert: Ihr Anteil an der gesamten Altersgruppe liegt bei 72 Prozent."

"Nach den Zahlen reproduzieren die meisten Stiftungen nicht nur die soziale Ungleichheit, sondern verstärken sie unter ihren Geförderten weiter."

Und dazu noch diese hübsche Graphik aus demselben Artikel:

"In der Grafik ist die Hans-Böckler-Stiftung irrtümlicherweise nicht aufgeführt). [Sie] kommt auf 58 Prozent."

Erinnert mich an das Werk Die Illusion der Chancengleichheit von Pierre Bourdieu und Jean-Claude Passeron aus den 70ern. Darin wurde die These aufgestellt, dass das Bildungswesen soziale Ungleichheiten und Klassenprivilegien nicht etwa abbaut, sondern sie erhält, indem es den Anschein vermittelt, dass alle die gleichen Chancen hätten. Die Auslese aufgrund allgemeiner Leistungskriterien ist aber nach Bourdieu und Passeron ein Schein, denn die höhere Bildung setzt immer schon die Beherrschung kultureller Techniken voraus, die vor allem jenen von Kindesbeinen an mitgegeben wird, deren Eltern bereits Akademiker*innen sind. Die Forderungen nach mehr sozialer Teilhabe werden so durch eine vermeintliche Meritokratie beantwortet - wer sich anstrengt, kann aufsteigen -, die aber de facto eine Aristokratie reproduziert.

"Da das System nicht explizit liefert, was es verlangt, verlangt es implizit, daß seine Schüler bereits beherrschen, was es nicht liefert: eine Sprache und Kultur, die außerhalb der Schule durch unmerkliche Familiarisierung gleichzeitig mit der entscheidenden Einstellung zur Sprache und Kultur ausschließlich auf diese Weise erworben werden kann."

Ein Aspekt davon wird auch in dem taz-Artikel aufgegriffen:

"Die Stiftungen wenden drei Kriterien an: Begabung, Persönlichkeit und gesellschaftliches Engagement. [...] Hinter vorgehaltener Hand sagen einige Vertreter der Stiftungen, dass unter 'Engagement' zu lange einseitig deren bildungsbürgerliche Variante belohnt wurde. Zugespitzt sind etwa die Klassiker im linksliberalen Bürgertum eine Mitgliedschaft bei Amnesty International, das Mitmachen in der Theater-AG der Schule und nach dem Abitur ein Jahr Entwicklungshilfe in Afrika, für die meistens sogar noch Geld bezahlt werden muss. Kinder aus Arbeiterhaushalten haben meistens gar nicht das Kapital."

Bildung und autoritäre Einstellungen als neue Wahlentscheiderinnen?

Im Nachgang der UK-Wahlen vom 12. Dezember haben die Unzufriedenen (vor allem die Labour-Parteirechte) keine Sekunde verschwendet, um lauthals Corbyn und "seine Clique" für die Wahlniederlage verantwortlich zu machen. In der Mitte der Gesellschaft kommt das gut an, denn unter Corbyn war ihnen Labour zu radikal geworden. Wenn wir uns in jenen traditionellen Labour-Wahlkreisen umhören, die zum Teil nach einem Jahrhundert Labour das erste Mal an die Tories gegangen sind, dann beschleicht einen das Gefühl, dass Corbyn vor allem nicht "patriotisch", rassistisch, nationalistisch und militärisch genug war. Die Rufe der Labour-Parteirechten, dass Labour sich wieder auf ihre klassische Arbeiterklassewählerschaft besinnen sollte, erinnern ein bisschen an Sarah Wagenknechts Versuche, nach den Stimmen des älteren, weißen Arbeiters zu fischen, der früher SPD gewählt hat und sich jetzt in dieser Gesellschaft nicht mehr repräsentiert fühlt.

Aber auch wenn man das als billigen Linkspopulismus abtun kann, so steckt hinter der Wahlniederlage Labours in einigen ihrer ehemaligen Hochburgen vielleicht ein tiefergehendes Problem, dass den Linken zu denken geben sollte. Und zwar nicht nur in Großbritannien, sondern überall, wo ein größerer Teil der Bevölkerung Zugang zu höherer Bildung erlangt hat. Der britische Politologe David Runciman hat dazu 2016 einen sehr interessanten Artikel geschrieben mit dem Titel How the education gab is tearing politics apart. Seine grundlegende These ist, dass Bildung einer der wichtigsten Prädiktoren für Wähler*innenverhalten geworden ist, vielleicht sogar wichtiger als Klasse und Alter. Im Grunde vertritt Runciman die Kulturthese in der jüngsten Debatte über die Herkunft von Rechtspopulismus, wonach autoritäre Einstellungen im Gegensatz zu libertären Einstellungen ein wichtigerer Faktor dafür sind, ob jemand rechtspopulistisch wählt, als ökonomische Indikatoren.

TL;DR takeaways:

* Der größte Einzelindikator für die Wahlentscheidung bei der Brexit-Abstimmung war Bildungserfahrung. Ähnliche Erkenntnisse gibt es in Bezug auf Trump: "The best single predictor of Trump support in the Republican primary is the absence of a college degree." (Runciman zitiert hier The Atlantic.) Die zunehmende Bedeutung von Bildung bei der Wahlentscheidung hätten Wissenschaftler*innen schon bei der UK-Wahl 1983 festgestellt. Runciman konstatiert: "Class still matters. Age still matters. But education appears to matter more."

* Es sei aber nicht wahr, dass sich (westliche) Demokratien in Richtung eines Gegensatzes zwischen weitverbreiteter Unwissenheit und Expert*innenwissen entwickeln würden, auch wenn das inzwischen eine populäre Idee unter den Hochgebildeten sei. Die Hochgebildeten würden sich in ihrem politischen und moralischen Denken auch oft irren, sie seien nur besser darin so zu klingen, als wüssten sie, worüber sie reden, weil sie dazu ausgebildet sind, so zu klingen.

(Bourdieu wird in seinem Grab jetzt wahrscheinlich wohlwollend mit dem Kopf nicken. Es erinnert mich ein bisschen an seine Studie zu Kunstgeschmack, in der er feststellte, dass das Bürgertum zwar auch nichts mit abstrakter Kunst anzufangen weiß, dafür aber gelernt hat, wann man den Mund halten muss, um sich nicht als Banause zu outen.)

* Vielmehr sei die Kluft in den Wahlentscheidungen zwischen Hochgebildeten und weniger Gebildeten auf einen Konflikt zwischen zwei Weltanschauungen zurückzuführen. Und das sei eben nicht der Klassenunterschied oder der Unterschied zwischen Globalierungsgewinnern und -verlierern. Vielmehr ginge es hier um zwei unterschiedliche Wertemengen, nämlich liberale und autoritäre Einstellungen. Als Indiz zitiert Runciman noch eine Erkenntnis von den Wahlentscheidungen zum Brexit: "Along with education levels, the strongest indicator of likely support for Brexit was shown by attitudes to capital punishment: the more you were in favour, the more you wanted to leave the EU."

* Über den Grund, warum weniger Gebildete mitunter gegen ihre Interessen wählen und sich dabei auch oft gegenüber allen vermeintlich rationalen Argumenten verschließen (eine Erfahrung, die sicherlich viele machen, die mal mit AfD-Wähler*innen diskutieren), hat Runciman eine interessante These: Es gebe eine neue Klasse von Expert*innen, für die Bildung eine Vorbedingung gewesen sei, um Teil der Elite zu werden. "Not all of the educated are winners in this world, but almost all of the winners are educated." Das würde den Eindruck vermitteln, dass Wissen ein proxy für Einfluss geworden ist. Und das Problem ist: "once knowledge becomes a prerequisite of power, then it no longer speaks for itself." Wissen scheint nur noch für die Weltanschauung derjenigen zu sprechen, die es besitzen. "At that point it ceases to be knowledge and simply becomes another mark of privilege." Wenn ich also mit meinem ganzen Wissen versuche, einen AfD-Sympathisanten davon zu überzeugen, dass er gegen sein Interesse wählt, zeige ich ihm Runcimans These zufolge nur eins: Dass ich zu einer Elite gehöre, zu der er nicht gehört. Und genau darum wird er meine Überzeugungsversuche ablehnen, egal wie viel Sinn sie machen.

Wir sehen ähnliche Phänomene, wie Runciman sie beschreibt, überall in Europa. So gibt es z.B. auch in Deutschland signifikante Unterschiede in der Wahlentscheidung auf der Grundlage von Bildung. Und in einigen Umfragen wurde festgestellt (bspw. hier von Lengfeld), dass sozialer Status seinen Effekt auf die Wahrscheinlichkeit, AfD zu wählen, verliert, wenn wir z.B. autoritäre Einstellungen betrachten. Das spricht alles für die Kulturthese, welche behauptet, dass sich der Rechtspopulismus nicht ökonomisch erklären lässt.

Aber woher kommen diese Werte? Der Politologe Philip Manow behauptet, dass es in Deutschland nicht autoritäre Normen, sondern Konflikte auf dem Arbeitsmarkt sind, welche Menschen anfällig für die Wahl der AfD machen. Der Grund für die AfD-Wahl wäre dann eher die Angst vor klassischen Statusverlusten - eine sozialstrukturelle und nicht kulturelle Erklärung. Folgt man dieser Argumentation, könnte man die autoritären Einstellungen möglicherweise als eine Reaktion auf die empfundene Konkurrenz am Arbeitsmarkt zurückführen: Nationalismus und Ausländerfeindlichkeit als Reaktion auf die globale Konkurrenz, in der sich Angestellte heutzutage befinden. Dazu muss ihre objektive wirtschaftliche Situation nicht schlecht sein, es reicht, dass sie sich subjektiv bedroht fühlen.

Meines Erachtens wäre es sehr fruchtbar, einige Erkenntnisse der Politolog*innen und der Soziolog*innen an dieser Stelle zusammenzubringen. Denn die Soziologie hat sich in der Zwischenzeit sehr darum bemüht herauszufinden, woher die autoritären Einstellungen und dieses Gefühl des Misstrauens gegenüber einer vermeintlichen Elite stammen. Eine Erklärung ist, dass bestimmte soziale Gruppen sich in dieser Gesellschaft nicht mehr repräsentiert fühlen. Und das hat dann wahrscheinlich kulturelle und ökonomische Gründe zugleich. Der Nationalismus alter, weißer Männer ist heutzutage wahrscheinlich nicht mehr so im Mainstream der Gesellschaft verankert wie früher. Und das bedeutet sicher auch den Verlust gewisser ökonomischer Privilegien. Antirassistische und feministische Kämpfe sind ja auch seit jeher nicht bloß Kämpfe um Anerkennung, sondern auch Kämpfe um Verteilung gewesen.

Stellt sich nur die Frage, wie man von links mit denjenigen umgeht, die sich nun nicht mehr repräsentiert fühlen. Wie die Labour-Rechte oder Sarah Wagenknecht einfach am rechten Rand zu fischen, funktioniert höchstwahrscheinlich nicht: Die Rechtspopulist*innen und Konservativen werden immer als das authentischere Original wahrgenommen werden. Soll man also einfach darauf hoffen, dass diese autoritären Einstellungen mit dem alten, weißen Mann verschwinden? Oder muss man befürchten, dass die beschriebene Bildungskluft und die damit verbundenen Einstellungen auch genauso für die nachkommenden Generationen gelten werden? Wenn ja, wie können wir es schaffen, dass Feminismus und Antirassismus nicht als Projekt einer privilegierten Elite wahrgenommen werden? Die Linken, die gegen Identitätspolitik wettern, werden sagen, wir müssen wieder über Klasse gehen. Klar scheint jedenfalls, dass das nicht über diskursive Überzeugungsarbeit funktionieren wird, sondern nur vermittels praktisch gelebter Solidarität.

Hier noch einige interessante Zitate aus dem Runcimantext:

"Education does not simply divide us on the grounds of what is in our interests. It sorts us according to where we feel we belong."

"Prior political preferences shape what we think the evidence shows, not the other way round."

"Facebook’s news feed is designed to deliver information that users are more inclined to 'like'. Much of the shock that followed the Brexit result in educated circles came from the fact that few people had been exposed to arguments that did not match their preferences. Education does not provide any protection against these social media effects. It reinforces them."

"The education divide is never going to supplant traditional left-right politics."

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Mir scheint ja, es wurde inzwischen relativ sicher festgestellt, dass das Aufkommen des Rechtspopulismus viel mit autoritären Einstellungen und mit dem Gefühl zu tun hat, sich in dieser Gesellschaft nicht repräsentiert zu fühlen. ("Verlierer" zu sein, auch wenn man z.B. wirtschaftlich objektiv kein Verlierer ist.) Daraus ergeben sich für mich aus linkspolitischer Perspektive vor allem folgende zwei Fragen:

- Woher kommen die autoritären Einstellungen und das "Verlierer"-Gefühl und inwiefern hängen sie mit anderen Faktoren, wie z.B. Klassenposition und Position auf dem Arbeitsmarkt zusammen? (Hängen sie überhaupt zusammen?)

- Müssen wir uns aus linker Perspektive um diese Leute bemühen oder sind die sowieso unrettbar "verloren"? (Weil z.B. unverbesserlich rassistisch.)

Kritik am Postkolonialismus

Inzwischen wird das Gespenst der Identitätspolitik oder das Gespenst des Postkolonialismus auch in politischen Kontexten, in denen ich mich bewege, heraufbeschworen und die Dringlichkeit, mit der diese Konzepte für Vieles verantwortlich gemacht werden, was in der Linken falsch läuft, macht diese Kritik für mich irgendwie suspekt. Ich frage mich: Konstruiert hier eine Riege von Kadern ein Strohmann-Argument, weil sie das Gefühl haben, dass ihnen eine gewisse Kontrolle entgleitet, oder haben diese Konzepte auf irgendeine Weise wirklich eine abträgliche Wirkung auf linke Bewegungen?

Deutschlandfunk Kultur hat vor kurzem Vivek Chibber, der ein bekennender Kritiker des Postkolonialismus ist, interviewt:

Auf Deutsch (Deutschlandfunk Kultur, Sein und Streit):

Auf Englisch (Deutschlandfunk Kultur, Sein und Streit):

Chibber behauptet darin, dass ...

- Edward Said durch sein Buch Orientalism Grundlagen für Essentialisierung von Ost (Orientalismus) und West schafft, Grundlagen, welche er in demselben Buch offenlegt und kritisiert (z.B. unterstellt Chibber Said den Gedanken, dass es etwas im westlichen Geist sei, was ein Verständnis des Ostens verhindern würde).

- postkoloniale Theorie Kapitalismus für ein inadäquates Konzept halte, um den globalen Süden zu verstehen, obwohl die Theorie zugebe, dass der globale Süden in eine kapitalistische Welt "integriert" wurde.

- das Argument, nachdem man das Kapitalismuskonzept modifizieren müsste, um es auf den Globalen Süden anwenden zu können, keine großartige Einsicht darstelle - das sei selbstverständlich.

- das Argument, nachdem die ganze Idee vom Kapitalismus ein westliches Konzept sei und "östliche" Realitäten deshalb mit diesem Konzept nicht erfasst werden könnten, Nonsens sei (schließlich müssten auch die Menschen im Osten lohnarbeiten und die östlichen Eliten bestünden nicht aus Feudalherren, sondern aus Kapitaleigentümer*innen).

- dieses Argument zur Essentialisierung des Ostens beitragen würde (indem es sagen würde, dass der Osten fundamental verschieden vom Westen sei und man Kategorien wie Kapitalismus, Demokratie, Rationalität, Vernunft, Wissenschaft nicht auf den Osten anwenden könne).

- Postkolonialismus überhaupt die Ansicht wiederbelebt hätte, dass der Osten eine unveränderbare Realität wäre, die essentiell anders als der Westen sei.

- die Aufklärung zwar im Westen entstanden sei, dass ihre grundlegenden Ideen aber auch im Osten und östlicher Philosophie zu finden oder dieser sogar entnommen seien.

- das Konzept von Kapitalismus eine Art universale Essenz hat und dass das auch nicht kontrovers wäre (da jedes Konzept sowas wie essentialistische Kategorien hätte).

- aber die Idee grundsätzlich fehlerhaft sei, nach der marxistische Theorie oder andere aufklärerische Theorien, indem sie universalisierende Eigenschaften von Kapitalismus betonen, fortdauernde kulturelle und historische Unterschiede auf der Welt nicht anerkennen würden.

Was denkt ihr zu der Kritik am Postkolonialismus (oder zu der postkolonialen Kritik an aufklärerischen Konzepten)? Ist Chibbers Darstellung der postkolonialen Theorie und Kritik angemessen oder gibt er diese inakkurat wieder?

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